Aargauer Gewerkschaftsbund lehnt 5 Prozent mehr Steuern ab – und will die Reichen zur Kasse bitten

Artikel in der Schweiz am Wochenende

Der Widerstand gegen die geplante Steuererhöhung um 5 Prozent wächst. Bei den beiden grossen Aargauer Wirtschaftsverbänden zeichnet sich erwartungsgemäss ein Nein ab. Diesmal ist aber auch der Gewerkschaftsbund nicht dafür zu haben, solange man nicht die Reichen mehr belastet.

Der Aargauische Gewerkschaftsbund geht hart ins Gericht mit dem Sanierungspaket, welches der Regierungsrat letzte Woche vorgestellt hat. Die vorgeschlagenen Massnahmen seien einfach nicht nachhaltig, meint der neue Gewerkschaftspräsident Florian Vock auf Anfrage der az. "Insbesondere inakzeptabel sind Vorschläge, die bereits von der Bevölkerung abgelehnt wurden." Vock meint damit unter anderem die Erhöhung des Vermögensverzehrs bei AHV-Bezügern in Heimen oder Spitälern, welche das Volk abgelehnt hat.

Vock kündigt zudem an: "Wenn die Massnahmen negative Auswirkungen auf die Anstellungsbedingungen von Kantonsangestellten des Strassenunterhaltes, auf Gefängniswärter, Pflegefach- oder Lehrpersonen haben, werden wir sie vehement bekämpfen."

Auch beim Thema Steuerfusserhöhung klemmt der Gewerkschaftsbund. Vock: "Wir akzeptieren eine Steuerfusserhöhung erst dann, wenn vorher erstens die Steuergeschenke an Unternehmensgewinne rückgängig gemacht werden und zweitens die sehr Reichen über die Vermögenssteuer ebenfalls einen Beitrag leisten." Da diese Forderungen im Grossen Rat chancenlos sein dürften, kann die Regierung also auch von der Gewerkschaft keine Unterstützung für eine lineare Steuerfusserhöhung um 5 Prozent erwarten. Einzig bei der Aussetzung der Schuldentilgung macht der Gewerkschaftsbund mit. [...]