Protest gegen die Schwulen-Jagd in Tschetschenien

Etwa 200 Personen demonstrierten in Bern gegen die Verhaftungen, Folterungen und Morde an Schwulen in Tschetschenien. Ein breites Bündnis aus LGBT-Organisationen, der SP Schweiz und der BDP Schweiz zog dabei den Bundesrat in die Verantwortung: innen- wie aussenpolitisch.

Männer, von denen angenommen wird, dass sie schwul sind, werden in Tschetschenien in jüngster Zeit im Rahmen einer staatlich koordinierten Kampagne entführt, gefoltert und sogar umgebracht; von KZ-ähnlichen Zuständen ist die Rede.

Mit einem spontanen Protest am Donnerstagabend zeigten zahlreiche LGBT-Menschen in der Schweiz ihr Entsetzen darüber. Mit blutverschmierten Menschen auf einer Regenbogenfahne wurde sichtbar, welche Gräuel im Moment passieren an Männern – nur, weil sie anders lieben.

Cédric Wermuth, Nationalrat SP: „Wer Geld von Diktaturen und Menschenschlächtern annehmen kann, muss auch die Grösse haben, verfolgte Schwule aufzunehmen. Gemeinsam mit Rosmarie Quadranti werde ich deshalb in der Sondersession eine dringliche Anfrage einreichen.“

Rosmarie Quadranti, Nationalrätin BDP: „Wir verurteilen die Vorfälle in Tschetschenien aufs Schärfste und schauen aber auch in der Schweiz weiter genau hin – damit die Gleichstellung in allen Bereichen auch für LGBT-Menschen weiter voranschreitet.“

Florian Vock, Milchjugend und Initiator: „Wir richten uns verzweifelt an den Bundesrat. Bei dieser systematischen Hetzjagd müssen wir die Leben unserer schwulen Freunde retten! Darum soll der Bundesrat die inhaftierten Personen als Flüchtlinge in die Schweiz zu bringen und vor Folter und Ermordung bewahren.“