Dabei sein ist alles.

Linkspolitisch bewegte Menschen haben hohe Ansprüche an "die Politik". Dabei vergessen sie manchmal, dass fortschrittliche Anliegen nicht aus dem Nichts kommen. Dahinter steht jahrelange Arbeit: Aufbereitet in Organisationen und ihren Angestellten, diskutiert und beschlossen in Sitzungen von ehrenamtlichen Menschen, umgesetzt von freiwilligen Aktivist_innen.

Das ist aufwendig. Und vor allem: Es kostet. Deshalb sind linkspolitische Organisationen als Verein organisiert. Das macht sie erstens demokratisch. Zweitens finanzieren die jährlichen Beiträge ihrer Mitglieder die Kampagnen und Aktivitäten. Und drittens sind Mitglieder wichtig, weil sie jährlich einen Beitrag zahlen. Eine kleine Spende da und dort ist eine nette Idee. Doch für die mehrjährige und nachhaltige politische Arbeit ist es entscheidend, regelmässige Einnahmen zu haben.

Deshalb bitte ich dich: Werde Mitglied. Nicht nur in einem Verein, sondern in (mindestens) 11 Vereinen!

Mani Matter: Mir hei e Verein

Diese Organisationen sind alle nicht perfekt. Aber sie werden auch nicht besser, wenn du nicht mitredest. Zu diesem sehr schweizerischen Vereinsproblem gibt es natürlich auch ein Lied von Mani Matter:

Mir hei e Verein, i ghöre derzue
Und d'Lüt säge: Lue dä ghört o derzue
Und mängisch ghören i würklech derzue
Und i sta derzue

 
 

Partei

Du kommst nicht darum herum. Auch wenn es dir nicht gefällt: So ziemlich jeder Bereich deines Lebens wird von "der Politik" bestimmt, ein Grossteil davon in Parlamenten. Werde Mitglied der SP.

(Und nein, es lohnt sich nicht, eine eigene Partei zu gründen. Auch nicht lokal. Denn Gemeindepolitik wird zu 80% von kantonaler und nationaler Gesetzgebung bestimmt. Da musst du auch mitbestimmen, deshalb brauchst du eine nationale Partei.)

 
 
 

Arbeiten

Ein Drittel deines Tages verbringst du am Arbeitsplatz. Die Bedingungen können gut oder schlecht sein. Die Geschichte zeigt: Gut werden sie, wenn Arbeitnehmende solidarisch zusammenstehe. Alleine bist du machtlos. Werde Mitglied einer Gewerkschaft.

(Es gibt auch Angestelltenverbände, aber die sind nicht links und vor allem auch selten politisch. Deshalb sind ihre Beiträge so tief. Das zeigt sich dann, wenn Personal entlassen werden: Gewerkschaften haben dann Kompetenzen und Ressourcen. Angestelltenverbände werden keine Hilfe sein.)

 
 
 

Wohnen

Wohnen müssen wir alle. Ob die Miete bezahlbar ist oder nicht, ob Schimmel in der Wohnung deine Problem ist oder nicht... das kannst du dem Zufall überlassen. Besser: Werde Mitglied des Mieterinnen- und Mieterverbandes.

(Und wenn du ein Haus hast: Hausverein Schweiz. Und nicht beim Hauseigentümerverband HEV. Das ist eine rechte Lobbyorganisation von reichen Vermietern, aber sicher nicht für ökologischen oder fairen Hauseigentum.)

 
 
 

Verkehr

Mobilität muss nachhaltig, ökologisch und bezahlbar sein. Und das Auto ist sicher nicht die beste Antwort auf dieses Anliegen.  Damit dein Postauto weiterhin fährt und deine Velowege sicher sind: Werde Mitglied im Verkehrs-Club VCS.

(Das gilt auch für Autofahrer_innen. Trete aus dem TCS aus, falls du da dabei bist. Diese rechte Truppe hat nur Benzin im Kopf. Die Auto-Dienstleistungen des TCS wie Pannenhilfe bekommst du auch beim VCS.)

 
 
 

Umwelt

Das ist irgendwie auch logisch: Umwelt- und Naturschutz gehört einfach dazu. Es gibt hier unzählige Organisationen. Wer mehr global denkt, AKWs sehr blöd findet und Aktionen mag: Werde Mitglied bei Greenpeace. Wem die lokale Flora und Fauna am Herzen liegt, Raumplanung wichtig findet und gerne in den Alpen wandert: Werde Mitglied bei Pro Natura.

 
 
 

Weltweite Solidarität

Es gibt gefühlt etwa gleich viele Entwicklungshilfswerke wie arme Menschen auf der Welt. Unterstütze darum jene Organisationen, die mit der lokalen Community zusammenarbeiten und sie unterstützen; nicht jene, bei denen sich weisse Politologiestudent_innen mit einem Praktikum ihren Lebenslauf aufmotzen. Werde Mitglied bei Solidar Suisse für langfristiges Engagement und mache ein Beitragsversprechen beim Solifonds, der lokale Gruppen unkompliziert bei Arbeitskämpfen und politischen Aktionen unterstützt. Und weil weltweite Gerechtigkeit insbesondere im Finanz- und Rohstoffhandelsplatz Schweiz beginnt, lohnt sich auch die Mitgliedschaft bei Public Eye.

 
 
 

Think-Tank

Wir brauchen kritisches Wissen. Darum musst du Mitglied werden beim Denknetz.

 
 
 

Kultur

In jeder Kleinstadt gibt es ein Kulturhaus, einen Kulturverein oder ein Jugendkulturlokal. Werde Mitglied. Denn Künstler_innen sind Vordenker_innen und bilden ein Stück der Zukunft ab. Kunst widerspricht und nichts ist wichtiger als Widerspruch.

 
 
 

Frauen*

Ja, immer noch nötig: Häusliche Gewalt, Sexismus, Lohnungleichheit, Mädchen*- und Frauen*rechte... Werde Mitglied bei Terre des Femmes. (Und im Aargau: Frauen Aargau.)

 
 
 

Geflüchtete Menschen

Kaum eine soziale Gruppe hat es schwerer in der Schweiz: Wenig Rechte, wenig Mittel, wenig Sichtbarkeit. Deshalb: Werde Mitglied bei Solidarité sans frontières. (Und im Aargau: Netzwerk Asyl.) Diese Organisationen engagieren sich nicht für, sondern mit Migrant_innen oder Asylsuchenden für deren Rechte und Anliegen ein.

 
 
 

LGBT-Jugendliche

Wenn du starke, coole junge Menschen willst, die selbstbewusst zu sich stehen können, musst du ihrer Organisation Geld geben. Das hilft nicht nur den queeren Jugendlichen selbst, sondern auch dir: Beziehungen, Sexualitäten und Geschlechter werden selbstbestimmter. Unterstütze darum die Milchjugend.

Werde auch solidarisch Mitglied beim Transgender Network Switzerland. Sorge dafür, dass Transmenschen in Justiz, Politik und Gesundheitswesen nicht unsichtbar bleiben und die Psychopathologisierung und Fremdbestimmung endet.

 
 
 

Für Frieden

... und gegen Aufrüstung, Krieg und Kriegsmaterialexporte. Werde Mitglied der GSoA.

 
 

... Florian, da fehlt doch was!

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