Achtung, Arbeitskampf ✊🌹

In einem Interview hat SGB-Präsident Paul Rechtsteiner gesagt: "Die Gewerkschaften haben und brauchen einen langen Atem." Inzwischen bin ich schon seit zehn Jahren politisch engagiert. Für den langen Atem muss ich immer wieder gut Luft holen. Die Energie für die Ausdauer bekomme ich am Tag der Arbeit.

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Der 1. Mai als Kampf- und Feiertag hat eine lange Tradition. Entstanden ist er am 14. Juli 1889 in Paris. 400 Delegierte sozialistischer Parteien und Gewerkschaften aus der ganzen Welt beschlossen: "Es ist am 1. Mai 1890 eine grosse internationale Manifestation zu organisieren, und zwar dergestalt, dass gleichzeitig in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen."

Der Acht-Stunden-Tag war auch beim Landesstreik 1918 in der Schweiz ein zentrales Anliegen. Der Acht-Stunden-Tag als Forderung gilt bis heute, ist in einigen Branchen endlich erreicht. Im Gegensatz zu früher aber für fünf Arbeitstage pro Woche, nicht mehr sechs. Ein erfolgreicher Kampf der Gewerkschaften!

Auch wenn jüngst die Arbeitgeberseite die 50-Stunden-Woche als Ziel ausgerufen hat: Das wird für sie ein hoffnungsloses Unterfangen, denn wir wehren uns.

Paul Rechtsteiner hat Recht, wenn er sagt: "Der Generalstreik von 1918 war zuerst eine Niederlage. Doch nachher kam es zu enormen sozialen Durchbrüchen. Nicht die Niederlage zählt, sondern der Schnauf, weiterzukämpfen und die Geschichte weiterzuschreiben. Wenn man dann gewinnt, hat man richtig gewonnen. Für grosse Ziele braucht es lange Zyklen."

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Auch die Gleichstellung von Mann und Frau steht seit 37 Jahren in der Verfassung. Seit 22 Jahren verlangt das Gleichstellungsgesetz gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Aber auch heute noch entgehen jeder Frau jeden Monat im Schnitt 600 Franken. Weil sie Frauen sind.

1918 haben wir beim Landesstreik das Frauenstimmrecht gefordert. 1971 wurde es endlich Realität. Auch bei der Lohngleichheit haben wir einen langen Kampf hinter uns. Doch die Veränderung liegt in der Luft. 2018 beginnt das Jahrzehnt der Frauen*.

Aber Veränderung gibt es nur, wenn wir selbst anpacken. Deshalb rufe ich dich auf: Demonstriere mit uns am 1. Mai für Lohngleichheit. Am Tag der Arbeit holen wir tief Luft und engagieren uns auch die restlichen Tage im Jahr für soziale Gerechtigkeit.