Parlamentarischer Erfolg zum Schutz der Lehre

Parlamentarischer Erfolg zum Schutz der Lehre: Der Grosser Rat überweist mein Postulat zum Verbot von Praktikas vor der Lehre bei Fachfrauen und Fachmännern Betreuung. Das sind die jungen Frauen und Männer, die Kinder in Kitas betreuen.

Mein Votum im Grossen Rat, worauf der Rat mit 66 zu 60 Stimmen zustimmt:

Knapp die Hälfte aller Lernenden, die 2018 die Ausbildung zu Fachfrau/Fachmann Betreuung begonnen haben, mussten ein Pratikum vorher machen. Ich meine, das ist nicht gerecht und nicht anständig gegenüber diesen Jugendlichen.Fachleute kritisieren diese Situation. Unzählige Lehrpersonen und Eltern haben sich bei uns gemeldet und sich bedankt – weil sie erleben, wie junge Frauen ausgenützt werden. Wir sollten froh sein, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen und in einem herausfordernden Beruf Kinder betreuen wollen.

Wir schaffen uns mit der Praxis der Vorlehr-Praktikas ein grosses Problem: Wir schwächen die Berufsbildung. Das Gesetz sieht vor, dass Jugendliche in der Regel nach dem Schulabschluss direkt in die Lehre einsteigen können. 

Noch niemand konnte mir schlüssig erklären, warum der Beruf derFachperson Betreuung bei Kindern so dermassen anders sein soll als Fachfrauen Gesundheit im Spital oder Fachmann Betreuung im Altersheim – alles sind verantwortungsreiche, herausfordernde Berufe. Darum gibt es ja die Lehre. 

In diesem Sinne bitte ich Sie, das Postulat zu unterstützen. Es ist keine Motion, sondern ein Postulat. Die Regierung soll sich zusammenraufen und über die eng ausgelegten Zuständigkeitsgrenzen hinaus überlegen, wie dem Anliegen des Postulats entsprochen werden kann. Dann muss man halt an verschiedenen Orten ansetzen: Beim KiBEG genauso wie bei der Aufsicht durch die TPK; aber auch beim Berufsbildungsgesetz. Man könnte auch überlegen, was das Lehrlingsinspektorat braucht, um dafür zuständig zu werden. 

Wir sprechen hier von 15- oder 16-jährigen Jugendlichen, die Lust und Motivation haben, eine Lehre anzutreten in einem Bereich, wo wir dringend ausgebildetes Personal brauchen. Die Schulbildung, die Berufsbildung und die Arbeitsmarktaufsicht ist Aufgabe der Kantone.Die kantonale Politik ist in der Verantwortung.